"Die Linke lehnt EU-Politik ab, nicht die EU"

Artikel in Braunschweiger Zeitung, 28.05.2009
Von Uwe Hildebrandt

Der Europaabgeordnete und Friedensaktivist Tobias Pflüger beantwortete gestern Abend in Braunschweig Fragen


BRAUNSCHWEIG. Freuen Sie sich, wenn Bürger, die gegen die Europäische Union sind, die Linken wählen? Das sei eine Fangfrage, beschwert sich ein Braunschweiger Parteikollege von Tobias Pflüger. Der Gast aus Baden-Württemberg, der im Europaparlament sitzt und wieder rein will, schmunzelt. Dann sagt Pflüger: "Man begrüßt immer, wenn Leute einen wählen."
Pflüger nahm gestern Abend an der Podiumsdiskussion von Europa-Union und Friedensbündnis in der Braunschweiger Brunsviga teil. Vorher stellt er sich im Café des Kulturzentrums den Fragen unserer Zeitung. Bei der Fangfrage ist es ihm wichtig, zu ergänzen: "Wir lehnen nicht die EU ab, sondern ihre Politik." Der Abgeordnete ist davon überzeugt, dass die Linken in Brüssel unverzichtbar sind.
Doch was unterscheidet sie überhaupt von der SPD, wenn es etwa um das Ziel einer Regulierung der Finanzmärkte geht? Pflüger blickt zurück: "Unsere Anträge zur Kontrolle der Finanzmärkte hat die SPD doch immer abgelehnt!"
Seit den 80er Jahren engagiert sich der 44-Jährige in der Friedenspolitik. Bei der letzten Europawahl kandidierte er als Parteiloser auf der PDS-Liste. Erst als die Linke gegründet war, trat er bei. Auf die Frage, warum er auf der kritischen Internetseite Abgeordnetenwatch.de Fragen zur SED-Vergangenheit nicht beantwortet, sagt er: "Es hat mit mir nichts zu tun, ich bin im Westen aufgewachsen." Er wolle aber noch alle Fragen beantworten.
Endlich geht die Podiumsdiskussion los. Pflüger muss bis zur zweiten Halbzeit warten, bis es um sein Herzensthema geht. "Die Bundeswehr muss aus Afghanistan abziehen", sagt er, "das Chaos ist doch eh schon da." Und Nordkorea dürfe man nur mit wirtschaftlichen Mitteln disziplinieren, nicht militärisch.
Pflüger schlägt sich gut in der Debatte. Er ist ja auch der einzige auf dem Podium, der schon im EU-Parlament sitzt. Die Linken brauchen zehn Prozent, damit er drin bleibt.

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