Der Preisträger wurde ausgebuht

Pressebericht in: Junge Welt, 19.05.2007

Gegen die Verleihung des internationalen Karlspreises an den ehemaligen NATO-Generalsekretär Javier Solana haben am Donnerstag in Aachen rund 100 Menschen mit »Kriegstreiber«-Rufen protestiert. Solana stehe maßgeblich für die zunehmende Militarisierung der EU-Außenpolitik, die sogar Einsätze von Kampftruppen zur Sicherung der eigenen Rohstoff- und Energieversorgung vorsehe, warfen sie ihm vor. Diese Politik sei mit einem gleichberechtigten und friedlichen Zusammenleben der Völker unvereinbar, so die Initiative »Kein Karlspreis an Solana«. Der heutige EU-Chefdiplomat sei einer der Hauptverantwortlichen für den NATO-Krieg gegen Jugoslawien 1999, wie der parteilose linke Europaabgeordnete Tobias Pflüger in einem Redebeitrag betonte. Solana ist bereits Träger einer »Friedensmedaille« die ihm bei der berüchtigten »Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik« verliehen wurde. So rief er auch in seiner Aachener Dankesrede zur Stärkung Europas als »Friedensfaktor« auf.

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