Alte Themen aktuell: 1.-Mai-Kundgebung: Rund 250 Teilnehmer in Hall

Hohenloher Tagblatt, 02.05.2008

vvon JOCHEN HÖNESS

Schwäbisch Hall: "Ihnen ist vielleicht aufgefallen, dass manche Plakate aus dem Vorjahr stammen", sagte Silvia Wagner, Regionssekretärin des Deutschen Gewerkschaftsbundes, nachdem die etwa 250 Teilnehmer der Kundgebung im Hospitalhof angekommen waren. Das liege daran, dass die Transparente immer noch aktuell seien, etwa wenn es um die Rente mit 67 geht.

Zuvor waren die Demonstranten von verschiedenen Gewerkschaften und linksgerichteten Parteien oder Bewegungen durch die Haller Innenstadt marschiert, hatten auf großen Transparenten das Motto der Kundgebung gezeigt: "Gute Arbeit muss drin sein!" Unterstützt wurden sie wieder von den brasilianischen Trommlern der Gruppe "Samba Salina" und von einer Schalmeienkapelle.

Im Hospitalhof fand Hauptrednerin Sybille Stamm, ehemalige Ver.di-Landesvorsitzende, klare Worte gegen die Rente mit 67: "Die deutliche Mehrheit der Bevölkerung ist dagegen, genauso wie beim Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr und bei der Bahn-Privatisierung. Und dennoch stimmen die politischen Vertreter zu. Das ist nicht im Interesse der Bürger." Stamm holte alsbald zum Rundumschlag aus: Sie prangerte Unternehmen an, die ihre Rendite auf Kosten von Arbeitsplätzen erhöhen, "prekäre Arbeitsverhältnisse" wie Zeit- oder Leiharbeit, das Lohngefälle zwischen West und Ost, das Fehlen eines gesetzlichen Mindestlohns und forderte schließlich die Rücknahme von Hartz IV und der Agenda 2010.

Zum Schluss äußerte sich Stamm besorgt über das Erstarken neofaschistischer Kräfte in Deutschland, insbesondere im Osten. "Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Abbau des Sozialstaats und dem Aufbau der Neonazis", sagte sie. "Wir müssen uns für ein Verbot der NPD und ähnlicher Parteien einsetzen. Wachsamkeit ist der Preis für unsere Freiheit."

Tobias Pflüger, linker Europaabgeordneter und bei der pazifistischen "Informationsstelle Militarisierung Tübingen" tätig, ging anschließend auf den Lissabonner EU-Vertrag ein, den er für sozial- und friedenspolitisch bedenklich hält, da er unter anderem die Einrichtung eines Militärhaushaltes in der Europäischen Union vorsehe. Darüber hinaus forderte er den sofortigen Rückzug der deutschen Truppen aus Afghanistan. Am Ende der Kundgebung referierte Ralf Garmatter über die Medienlandschaft in Schwäbisch Hall und Hohenlohe.

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