EU-Kommission will humanitäre Hilfe in Nordkorea fortsetzen

Pressebericht in: AP-Meldung, Mittwoch 11. Oktober 2006, 16:39 Uhr

Brüssel (AP) Trotz des Atomwaffentests in Nordkorea will die EU-Kommission die humanitäre Hilfe für die Bevölkerung fortsetzen. Die Nordkoreaner «sollten nicht noch stärker durch ihr terroristisches Regime in Mitleidenschaft gezogen werden», sagte EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner am Mittwoch vor dem EU-Parlament in Brüssel. Gleichzeitig sprach sie sich für Sanktionen gegen Pjöngjang aus: «Die internationale Gemeinschaft wird handeln müssen», sagte Ferrero-Waldner.

Die Außenkommissarin brachte aber auch die Hoffnung zum Ausdruck, dass eine Rückkehr an den Verhandlungstisch möglich sei.

Möglicherweise könne der designierte Nachfolger von UN-Generalsekretär Kofi Annan, der Südkoreaner Ban Ki Moon, eine Vermittlerrolle einnehmen: «Irgendjemand wird mit dem Regime reden müssen, um es von einer sehr paranoiden und aggressiven Haltung wegzubringen», sagte Ferrero-Waldner. Ban «könnte eine der richtigen Personen dafür sein».

Vertreter der beiden größten Fraktionen im EU-Parlament äußerten Zustimmung zum Kurs der Kommissarin. «Wir dürfen nicht das Volk bestrafen für den Irrsinn dieses Diktators», sagte der Fraktionschef der Sozialdemokraten im EU-Parlament, Martin Schulz, mit Blick auf den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Il. Der CDU-Poltiker und Vorsitzende des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, Elmar Brok, forderte Sanktionen, «die ihm (Kim) persönlich weh tun».

Dagegen erklärte der PDS-Politiker Tobias Pflüger für die Konföderale Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken, Sanktionen würden die Fronten nur verhärten. «Die US-Administration muss hier über ihren Schatten springen und direkt mit Nordkorea verhandeln», sagte Pflüger.

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